Wenn Sie Verkaufsautomaten verschiedener Anbieter mit unterschiedlichen Zahlungssystemen, Telemetrie-Tools und Softwareplattformen verwalten, kennen Sie die Herausforderung bereits: Vernetztes Vending bietet viele Chancen, doch die Integration ist oft komplizierter, als sie sein sollte.
Eine moderne Vending-Installation besteht längst nicht mehr nur aus einer einzelnen Maschine und einem Zahlungssystem. Sie kann einen Verkaufsautomaten, eine Kaffeemaschine, bargeldlose Zahlungssysteme, Telemetrie, interaktive Displays, Produktausgabesysteme und cloudbasierte Managementsoftware umfassen. Jede Komponente bringt Mehrwert. Doch wenn diese Systeme nicht einfach miteinander kommunizieren, entsteht für Betreiber und Lieferanten zusätzlicher Aufwand.
Installationen können länger dauern. Daten bleiben möglicherweise auf verschiedene Plattformen verteilt. Neue Services erfordern oft individuelle Integrationen. Technologische Entscheidungen werden durch Kompatibilitätsprobleme eingeschränkt. Für Betreiber gemischter Flotten bedeutet jede neue Verbindung eine zusätzliche Komplexitätsebene.
Genau dieses Problem soll das neue EVA SmartLink-Protokoll lösen.
Offiziell auf der Venditalia 2026 vorgestellt, führt SmartLink einen neuen Kommunikationsstandard für Vending-, Kaffee- und unbeaufsichtigte Retail-Systeme ein. Ziel ist es, Maschinen, Zahlungssystemen, Peripheriegeräten und Unternehmenssystemen einen sichereren, strukturierteren und konsistenteren Informationsaustausch zu ermöglichen.
Für Coges ist SmartLink auch ein wichtiges Beispiel dafür, wie Branchenstandards entwickelt werden sollten: nicht nur auf Basis technischer Spezifikationen, sondern ausgehend von den realen Bedürfnissen der Betreiber.
Was ist SmartLink?
SmartLink ist ein Kommunikationsprotokoll für die Vending-Branche, entwickelt von der European Vending Association in Zusammenarbeit mit der OPC Foundation. Es basiert auf der OPC-UA-Technologie und ist mit der Spezifikation „Unattended Retail – Core Components“ verbunden.
Einfach gesagt liefert SmartLink der Vending-Branche eine gemeinsame Kommunikationssprache.
Statt dass jede Maschine, jedes Zahlungssystem, jedes Display, jedes Telemetrie-Tool oder jede Softwareplattform auf eigene Weise kommuniziert, schafft SmartLink eine gemeinsame Struktur für den Informationsaustausch. Es wurde entwickelt, um Verkaufsautomaten, Kaffeesysteme, Zahlungssysteme, Peripheriegeräte und Unternehmens-IT intelligenter und sicherer miteinander zu verbinden.
Dieser Unterschied ist entscheidend. SmartLink ist nicht einfach ein weiteres Low-Level-Protokoll für Maschinen, sondern eine umfassendere Interoperabilitätsschicht für moderne Vending- und Unattended-Retail-Umgebungen.
Für Betreiber bedeutet das: Die verschiedenen Komponenten eines vernetzten Systems können einfacher zusammenarbeiten. Für Anbieter bietet es einen klareren Integrationsrahmen. Für den Markt insgesamt schafft es eine gemeinsame Richtung für die nächste Generation vernetzter Vending-Services.
Durch die Nutzung von OPC UA basiert SmartLink auf einem etablierten industriellen Kommunikationsstandard, der für den sicheren und zuverlässigen Datenaustausch zwischen Systemen verschiedener Hersteller entwickelt wurde. Das schafft eine robuste und skalierbare Grundlage für Multi-Vendor-Umgebungen.

Die Rolle von Coges und die SmartLink-Demo auf der Venditalia
Coges war von Beginn an in die Entwicklung von SmartLink eingebunden und trat im Juni 2024 der Arbeitsgruppe der European Vending Association bei. Mit 49 Jahren Erfahrung im Vending-Markt brachte das Unternehmen sowohl technisches Know-how als auch Marktkenntnis ein.
Bereits zuvor hatte Coges an der ersten EVA-Arbeitsgruppe teilgenommen, die 2022 gestartet wurde und die Szenarien sowie die technologischen Grundlagen des Protokolls definierte. Dort wurde auch OPC UA als technische Basis ausgewählt.
Die Rolle von Coges ging weit über eine bloße Beratung hinaus.
Das Unternehmen half dabei, die praktischen Anforderungen hinter SmartLink zu definieren und dessen Entwicklung an den realen Bedürfnissen der Betreiber auszurichten. Coges fungierte als Bindeglied zwischen Vending-Betreibern, Technologieanbietern und der EVA und trug dazu bei, operative Herausforderungen und Anbieteranforderungen in technische Richtlinien zu übersetzen.
Diese vermittelnde Rolle war entscheidend, denn ein Kommunikationsstandard schafft nur dann Mehrwert, wenn er die tatsächlichen Marktbedingungen widerspiegelt. Betreiber verwalten gemischte Flotten mit unterschiedlichen Maschinenmarken, alten und neuen Technologien, verschiedenen Zahlungssystemen, Telemetrie-Tools, Displays und Softwareplattformen. Anbieter benötigen klare Integrationswege. Die EVA benötigte Input, der technische und operative Perspektiven verbindet.
Coges hat diese Perspektiven zusammengeführt.
„SmartLink musste auf der tatsächlichen Funktionsweise des Vending-Marktes aufbauen“, sagt Matteo Pegoraro, Coges R&D. „Betreiber nutzen unterschiedliche Maschinen, Zahlungssysteme, Telemetrie-Tools und Softwareplattformen. Unsere Aufgabe war es, diese Realität in die technische Diskussion einzubringen und ein Protokoll zu definieren, das das gesamte Ökosystem unterstützt.“
Auf der Venditalia 2026 konnten Besucher SmartLink am EVA-Stand in einer Live-Demonstration von Coges erleben. Dabei wurden ein Elysium-Smart-Screen, eine Kaffeemaschine, ein Verkaufsautomat, zwei Zahlungssysteme und Produktausgabemodule zu einem funktionierenden Gesamtsystem verbunden.
Das Ziel war einfach: SmartLink in einem realen Vending-Szenario zu zeigen und nicht nur theoretisch zu erklären.
Die Demonstration machte den Mehrwert von SmartLink greifbar. Besucher konnten sehen, wie verschiedene Komponenten eines Vending-Systems über einen gemeinsamen Standard miteinander kommunizieren. Für Betreiber war die Botschaft klar: SmartLink ist darauf ausgelegt, vernetztes Vending einfacher aufzubauen, zu verwalten und weiterzuentwickeln.
Was ändert sich für Betreiber?
SmartLink wird bestehende Protokolle nicht von heute auf morgen ersetzen. Der Vending-Markt verfügt über eine große installierte Basis, und viele Betreiber werden noch jahrelang mit bestehenden Systemen arbeiten. Dennoch bietet SmartLink einen Standard, auf den sich die Branche zubewegen kann.
In dieser Übergangsphase werden Brückenlösungen eine wichtige Rolle spielen. Die Implementierung von Coges unterstützt die Verbindung zwischen bestehenden Infrastrukturen und neuen SmartLink-fähigen Lösungen und ermöglicht es Betreibern, sich schrittweise weiterzuentwickeln, ohne den laufenden Betrieb zu stören.
Die größte Veränderung ist die Interoperabilität.
Für Betreiber bedeutet Interoperabilität, dass Maschinen, Zahlungssysteme, Telemetrie, Displays und Software mit weniger Reibung zusammenarbeiten. Es reduziert die Abhängigkeit von isolierten oder individuellen Integrationen und bietet mehr Flexibilität bei der Auswahl von Geräten und Anbietern. Zudem wird die Einführung vernetzter Dienste im gesamten Automatenpark erleichtert.
SmartLink kann die Systemintegration vereinfachen, da Betreiber und Anbieter auf einem gemeinsamen Kommunikationsmodell aufbauen können. Dies ist besonders wichtig für gemischte Flotten, in denen unterschiedliche Maschinenmarken, Zahlungssysteme und Softwarelösungen zusammenarbeiten müssen.
Zudem unterstützt es eine größere Anbieterflexibilität. Betreiber sollten ihre Technologieentscheidungen nicht nur aufgrund von Integrationsschwierigkeiten einschränken müssen. Ein gemeinsames Protokoll kann diese Hürde verringern.
SmartLink schafft außerdem eine stärkere Grundlage für vernetztes Vending. Fernüberwachung, Echtzeitdaten, interaktive Schnittstellen und cloudbasierte Tools sind alle auf eine zuverlässige Kommunikation zwischen Systemen angewiesen.
Auch Sicherheit ist ein zentraler Aspekt. Da SmartLink auf OPC UA basiert, unterstützt es moderne Sicherheitsprinzipien wie sichere Kommunikationskanäle, zertifikatsbasierte Vertrauensmodelle und strukturierte Datenübertragung.
Für Betreiber liegt der Mehrwert von SmartLink nicht in der Technologie um ihrer selbst willen. Es geht darum, dass Vending-Systeme einfacher kommunizieren, klarer integrieren und zukünftige Services mit weniger Reibung ermöglichen.